Die Rosenburg - Das Bundesjustizministerium  im Schatten der NS-Vergangenheit

Die Rosenburg -
Das Bundesjustizministerium im
Schatten der NS-Vergangenheit

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Die Ausstellung wird vom 16.08. bis zum 20.09.2018 im Bundesverwaltungsgericht zu sehen sein.

Simsonplatz 1, 04107 Leipzig
Montag bis Freitag von 08:00 bis 16:00 Uhr
zusätzlich an den Wochenenden 18./19.08. und 08./09.09. von 10:00 bis 16:00 Uhr

Einblicke in die Ausstellung:
Zwischen Licht und Schatten

Die Ausstellung ist ein Teil der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV). Was bisher „im Schatten“ lag, soll ans Licht gebracht werden.

Ein Ausstellungsobjekt der Ausstellung: Ein großer Aktenstapel in dem Schubladen versteckt sind.
Gesamtansicht der Ausstellung.
Detailansicht einer Ausstellungsstele.
Eine Schreibmaschine mit einem Blatt Papier auf dem steht:
Besucher in der Ausstellung.
Eine Frau und ein Mann schauen sich ein Ausstellungsobjekt an.
Hintergrundbild des Bühnenelements

Die Wanderausstellung

Die Ausstellung

Warum diese Ausstellung? Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit


Die Ausstellung ist ein Teil der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV). Was bisher „im Schatten“ lag, soll ans Licht gebracht werden.

„Juristinnen und Juristen sind zwischen 1933 und 1945 in massiver Weise zu Mittätern des Nationalsozialismus geworden. Viele von Ihnen setzten ihre Karriere nach Kriegsende fort - auch in den Amtsstuben des neugegründeten Justizministeriums. Das Rosenburg-Projekt leistet einen wichtigen Beitrag, um diese beklemmende personelle Kontinuität, die bis weit in die bundesrepublikanische Geschichte hineinreicht, sichtbar zu machen.“
Dr. Katarina Barley, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz

Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands ist nicht abgeschlossen, es gibt noch viele offene Fragen. Wir alle sind ein Teil dieses Aufklärungsprozesses, in dem wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und sie in Zukunft verhindern.

Die Wanderausstellung wird an verschiedenen Orten gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Zukünftige Ausstellungsstationen sind:

Bundesverwaltungsgericht

Vom 16.08. bis zum 20.09.2018 wird die Ausstellung im Bundesverwaltungsgericht zu sehen sein.

Adresse:
Bundesverwaltungsgericht
Simsonplatz 1
04107 Leipzig

Congress Center Leipzig

Die Ausstellung wird vom 25.09.2018 bis 28.09.2018 beim 72. Deutschen Juristentag im Congress Center Leipzig (CCL) zu sehen sein.

Adresse:
Congress Center Leipzig (CCL)
Seehausener Allee 1
04356 Leipzig

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Anfang Dezember 2018 ist die Ausstellung im Campusgebäude der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu sehen.

Adresse:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena

Bisherige Ausstellungsstationen waren:

Landgericht Düsseldorf

Die Ausstellung war vom 16.03. bis zum 31.05.2018 im Landgericht Düsseldorf zu sehen

Zum Bezirk des Landgerichts Düsseldorf gehören die Amtsgerichte Düsseldorf, Neuss, Langenfeld und Ratingen, wobei das Amtsgericht Düsseldorf einer selbständigen Präsidialverwaltung untersteht.

Weitere Informationen zum Ausstellungsort

Landgericht Berlin

Das Landgericht Berlin ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Landes Berlin. Es ist mit über 900 Mitarbeitern das größte Landgericht Deutschlands und nach dem Amtsgericht München eines der größten deutschen Gerichte.

Weitere Informationen zum Ausstellungsort

Landgericht Bonn

Das Landgericht Bonn wurde 1850 gegründet und ist eines der 19 Landgerichte in Nordrhein-Westfalen. Es ist für die Bezirke der sechs Amtsgerichte in Bonn und Umgebung zuständig und liegt im Bezirk des Oberlandesgerichts Köln.


Ansprechpartner

BMJV
Isabel Hanke
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Digitale Kommunikation
T. 030-18580-9037
hanke-is@bmjv.bund.de

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt und der Arbeit der Unabhängigen wissenschaftlichen Kommission finden Sie auf der Infoseite: www.bmjv.de/akte-rosenburg



Begleitbroschüre zur Ausstellung

Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit

Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit(PDF, 8MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Public History

Licht ins dunkel bringen Public History – Transparenz durch Beteiligung der Öffentlichkeit

Das Projekt des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz fügt sich in eine Reihe von abgeschlossenen bzw. laufenden Aufarbeitungsprojekten von Ministerien und Behörden des Bundes ein. Im Vergleich dazu, geht das Rosenburg-Projekt aber einen eigenen Weg. Es versteht sich nicht als ein bloß fachlich-historisches Projekt, das im „elfenbeinernen Turm“ der Wissenschaft abgearbeitet wird, sondern ist vielmehr – im Sinne einer „Public History“ – bestrebt, die Öffentlichkeit „auf dem Weg mitzunehmen“ und zu einer kritischen Begleitung anzuregen. Beabsichtigt ist, dadurch – über die Forschungsarbeiten und die dabei gewonnenen Erkenntnisse hinaus - einen kritischen Diskurs in der Öffentlichkeit zu initiieren, wobei auch in diesem Zusammenhang großer Wert auf Transparenz gelegt wird. Dies ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass eine besondere Zielgruppe des Projekts die Verfolgten des NS-Regimes und ihre Nachfahren sind.

Im Rahmen der Aufarbeitung sind bereits zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz durchgeführt worden. Die Ausstellung ist ein weiterer Baustein dieser öffentlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Ferner werden Gespräche mit einer Vielzahl von Gruppierungen und Personen über das Rosenburg-Projekt geführt. Neben juristischen Berufsverbänden wie dem Deutschen Richterbund und dem Deutschen Anwaltverein, sind hier insbesondere die jüdischen Verbände – mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland an der Spitze – das Internationale Auschwitz-Komitee und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zu nennen.

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Gespräche der Leiter der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission fanden zudem statt mit lateinamerikanischen Verfassungsrichtern und den späteren Friedensnobelpreisträgern aus Tunesien. Außerdem haben eine Reihe interessierter Schülerinnen und Schüler (beispielsweise die mit dem Bertini-Preis für junge Menschen mit Zivilcourage ausgezeichneten Oberstufenschülerinnen und -schüler der Ida-Ehre-Schule Hamburg) sowie andere Jugend- und Studentengruppen aus dem In- und Ausland mit Bundesminister Maas das Rosenburg-Projekt im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz diskutiert.

Über das Forschungsprojekt

Wissenschaftliche Aufarbeitung Zum Rosenburg-Projekt des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat bereits am 11. Januar 2012 eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit - unter der Leitung der Professoren Manfred Görtemaker (Zeithistoriker, Universität Potsdam) und Christoph Safferling (Strafrechtslehrer, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) – eingesetzt.

rosenburg_tab_1 In der Rosenburg, einer Villa in Bonn-Kessenich, hatte das Bundesjustizministerium von 1950 bis 1973 seinen Sitz

Die Unabhängige Wissenschaftliche Kommission soll eine Untersuchung der personellen und fachlich-politischen Kontinuitäten des nationalsozialistischen Deutschlands im Regierungshandeln des Bundesjustizministeriums in der Nachkriegszeit der 1950er und 1960er Jahre durchführen. In dieser Zeit hatte das Bundesministerium der Justiz seinen Amtssitz auf der „Rosenburg“ in Bonn-Kessenich, die dem Projekt zugleich seinen Namen verlieh.

Die Unabhängige Wissenschaftliche Kommission fragt somit nach dem Umgang des Bundesjustizministeriums mit der eigenen NS-Vergangenheit. Damit einher geht die Frage nach den personellen Kontinuitäten im Ministerium, d.h. welche und wie viele belastete Mitarbeiter in der Anfangszeit des Hauses an welchen Stellen tätig waren.

Darüber hinaus ist zu prüfen, ob und, wenn ja, wie sich hieraus auch sachliche Kontinuitäten ergaben. Die Fragen lauten beispielsweise: Warum konnten nationalsozialistische Gesetzgebung und Rechtsprechung in der Nachkriegszeit fortwirken; warum wurden diese nicht aufgehoben? Wie hat sich das Ministerium zu der Verfolgung von NS-Tätern verhalten? Warum wurden Maßnahmen – etwa zur Entschädigung von Opfern des NS-Unrechts – nicht ergriffen?

Diesen und anderen zahlreichen relevanten Einzelthemen widmen sich die Leiter der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission gemeinsam mit einem interdisziplinären Team; zu diesem gehören u.a. Herr Professor Thiessen (Eberhard Karls Universität Tübingen - für den Bereich des Wirtschaftsrechts), Frau Professor Schumann (Georg-August-Universität Göttingen - vor allem für den Bereich des Familien- und Jugendrechts) und Herr Professor Will (EBS Universität für Wirtschaft und Recht Wiesbaden – für den Bereich des Verfassungsrechts).

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt und der Arbeit der Unabhängigen wissenschaftlichen Kommission finden Sie auf der Infoseite: www.bmjv.de/akte-rosenburg